Autismus, ADHS und Neurodiversität
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Autismus, ADHS und Neurodiversität

Gesundheit & Kommunikation

Datum und Uhrzeit

16.04.27

Preis pro Seminar

209,24 €zzgl. MwSt.

Dauer

1 Tag

Trainer/-in

Daniel Brosig

Teilnehmer

Max. 24

Fragen?

Inhalt

Grundwissen für Kinder und Jugendarbeit mit Suchtbezug

In der Kinder- und Jugendarbeit begegnen Fachkräfte immer häufiger jungen Menschen mit einer Autismus-Spektrum- Störung oder ADHS, mit oder ohne gesicherte Diagnose. Für die Arbeit im Suchtkontext ist das besonders relevant, weil neurodivergente Jugendliche ein erhöhtes Risiko für problematischen Substanzkonsum haben. Bei ADHS spielen etwa Impulsivität, ein verändertes Belohnungserleben und die Suche nach schneller Entlastung eine Rolle. Autistische Jugendliche setzen Suchtmittel mitunter ein, um Reizüberflutung, soziale Anspannung oder die Erschöpfung
durch ständige Anpassung auszuhalten. Hinzukommen Ausgrenzungserfahrungen und die Frage, wie mit verordneter Medikation und deren Missbrauchspotenzial umzugehen ist.
Das eintägige Grundlagenseminar richtet sich an Fachkräfte ohne spezifische Vorkenntnisse. Es vermittelt kompakt und praxisnah Basiswissen zu Autismus und ADHS und stellt das Konzept der Neurodiversität vor. Dieses Konzept versteht neurologische Unterschiede als Teil menschlicher Vielfalt, ohne die damit verbundenen Herausforderungen auszublenden. Das Seminar beleuchtet, was dieser Blickwinkel für die pädagogische Haltung bedeutet, und zeigt den Zusammenhang mit Suchtverhalten auf. Im Mittelpunkt stehen konkrete Handlungsansätze für den pädagogischen
Alltag und die Arbeit an eigenen Fällen. 

 

Ziele:

Grundlegende Wissens- und Handlungskompetenz im Umgang mit neurodivergenten Kindern und Jugendlichen im Suchtkontext.

Inhalte:
– Grundlagen und Haltung
• Autismus-Spektrum: Erscheinungsformen und Besonderheiten der
• Reizverarbeitung
• ADHS: Subtypen, Belohnungserlebenund Selbstregulation
• Fallbeispiele: Woran erkenne ich Autismus bzw. ADHS im Alltag? Wo gibt es Überschneidungen und Verwechslungsmöglichkeiten?
• Neurodiversität: Konzept und Haltung, Diagnose vs. Perspektive
– Suchtbezug und Praxis
• Neurodivergenz und Sucht: Selbstmedikation und Risikofaktoren
• Medikation im Überblick: Begleitmedikation bei Autismus, Stimulanzien und Nicht-Stimulanzien bei ADHS, Missbrauchspotenzial verordneter Stimulanzien
• Konkrete Handlungsansätze für den pädagogischen Alltag („Werkzeugkasten“)
• Grenzen der eigenen Rolle: Worauf achten, was weitergeben, wann ärztliche/psychiatrische Rückmeldung einholen?
• Bearbeitung eigener Fälle der Teilnehmenden

Nutzen:
Die Teilnehmenden können typische Verhaltensweisen bei Autismus und ADHS im Alltag besser einordnen und kennen konkrete Handlungsansätze für
die pädagogische Arbeit. Sie verstehen, warum neurodivergente Jugendliche besonders anfällig für Suchtverhalten sein können, und wissen, worauf sie beim Thema Medikation achten sollten. Zudem können sie ihre eigene Rolle einschätzen und erkennen, wann weiterführende Unterstützung nötig ist.

Zielgruppe

Mitarbeitende aus allen psychosozialen Arbeitsbereichen (Beratung, Wohngruppen, Kontaktläden); keine Vorkenntnisse erforderlich.

Trainer/-in

Daniel Brosig